Seit nunmehr über 30 Jahren werden hier im Landgut Traxenberg Pferde der verschiedensten Rassen gehalten mit unterschiedlichen Zielsetzungen.
Im Jahre 2006 fand nun etwas hier völlig neues seinen Weg zum Traxenberg.
„Horsemanship“
Martin Kreuzer gründete die erste Horsemanship Academy Bayerns, die „MKA“ hier auf dieser wunderschönen Anlage.
Auch der bei Westernreitern bestens bekannte Jean - Claude Dysli, eine Legende und Gründer dieser Reitsportart in Europa, fand seinerzeit hier ein neues Zuhause.
Was wir uns unter dem Begriff Horsemanship vorstellen können, erklärt uns Martin Kreuzer so:

HORSEMANSHIP

Es ist bezeichnend, dass es für dieses Wort keine deutsche Übersetzung gibt. Ein Horseman ist viel mehr als ein Reiter und auch das Wort Pferdemensch beschreibt den Sinn nur unzulänglich. Horsemanship ist vielmehr der richtige, einfühlsame Umgang mit Pferden. Hierzu muss man sie und ihre Sprache verstehen lernen. Wie wir Menschen haben auch Pferde ganz eigene Wege der Kommunikation. Diese beruht jedoch nicht vornehmlich auf Lautäußerungen, sondern auf feinster Körpersprache. Wenn wir diese nicht kennen und nicht deuten können, brauchen wir uns über Missverständnisse nicht zu wundern.

Dieses Verstehen und Wissen macht unter anderem den echten Horseman aus. Pferde haben ein ausgeprägtes Sozialverhalten mit einer entsprechenden Rangordnung. Der Mensch steht hierin für sie entweder auf gleicher Höhe, darunter oder darüber. Solange wir für ein Pferd nicht die „Führende Position“ einnehmen, ist der tägliche Umgang Glückssache, bei der das Pferd so lange mitspielt, solange es ihm gefällt – oder eben nicht. Aus ungeklärter Position heraus resultieren viele Probleme im täglichen Umgang bis hin zu Unfällen. Es ist also Sache des Reiters, sich die Führende Position zu sichern. Ein Horseman tut dies pferdegerecht in genauem Wissen um die Kommunikation von Pferden untereinander.

Ein interessanter Aspekt dabei ist, dass das Erringen der Führenden Position auch damit verbunden ist, dass man das Vertrauen des Pferdes gewinnt. Beim Herdenboss fühlt es sich eben sicher, ihm vertraut es und folgt ihm bedingungslos überall hin. Horsemanship bedeutet also möglichst sicheren und einfachen Umgang mit dem Pferd aus einer Führenden Position heraus. Aber wir sollten dem Pferd unsere Führende Position nicht „aufdrängen“, viel mehr sollten wir vom Pferd „ausgesucht“ werden. Und dies kann nur auf Grund unseres Verhaltens ihm gegenüber geschehen. Horsemanship erleichtert den täglichen Umgang und das Training von Pferden erheblich. Darüber hinaus beinhaltet der Begriff Horseman aber auch eine Menge Wissen um die Haltung und Pflege von Pferden, wie sie heute nicht mehr selbstverständlich ist. Gleichgültig ob man Pferde am Haus hält oder in einem Reitstall untergebracht hat: Das Wissen um Fütterung, Gesundheitsprophylaxe, Haltung generell, Beschlag und erste Hilfe ist unabdingbare Voraussetzung dafür, dass man lange Freude an ihnen hat. Nicht jeder Stall hat wirklich Ahnung von Pferden, und auch Schmiede und Tierärzte sind nicht unfehlbar. Mitdenken ist hier angesagt, und das geht nur, wenn man als Pferdebesitzer auch das notwendige Wissen dazu hat.

“Es ist also der Mensch, der lernen muss, wie ein Pferd zu denken,
nicht umgekehrt!“
Martin Kreuzer